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Dieses Projekt wird von der Europäischen Kommission kofinanziert. Die vorliegende  Publikation gibt allein die Ansichten des Autors wieder und die Europäische Kommission kann für jedwede Nutzung der Inhalte nicht zur Verantwortung gezogen werden.

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Begründung

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Laut der Peer Review zu sozialem Schutz und gesellschaftlicher Integration und Beurteilung der gesellschaftlichen Integration in der EU sind  “Arbeitslosigkeit, Armut, Schulverweigerung, Obdachlosigkeit und wirtschaftliche Ausschlusssituation unter MigrantInnen und ethnischen Minderheiten um ein Vielfaches höher als bei der einheimischen Bevölkerung”. Abgesehen von einigen Erfolgsgeschichten von MigrantInnen, die auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich waren und positive Kontakte zu anderen Mitbürgern haben, “ist deutlich erkennbar, dass viele (MigrantInnen) bei allen Schlüsselfragen einer Integration benachteiligt sind: im bürgerlichen Recht, bei der Bildung, für Beschäftigung, im Strafrecht, bei den Lebensbedingungen, im zivilen Engagement”. Viele Studien (u.a. including ‘Framework for Action’ - YHRMP, 2008, Bloch 2004 and BMG Research: 2004) zeigen, dass wenig oder gar keine Kommunikationsfähigkeit in der Sprache des Aufnahmelandes das größte Hindernis für die Integration und Beschäftigung von MigrantInnen sind.

Darüber hinaus liegt eine zunehmende Tendenz in einer Reihe von EU-Ländern vor, “sprachliche Anforderungen und Tests für erwachsene MigrantInnen als Voraussetzungen für Familienzusammenführung, ständige Aufenthaltsgenehmigung sowie Staatsbürgerschaft einzuführen” (Europäische Kommission, Joint Research Centre- Institute for Perspective Technology (JRC-IPT) Studien, ICT zum Erlernen der Sprache des Aufnahmelandes durch erwachsene Einwanderer in der EU”, 2009). Es gibt viele Einrichtungen, die informelle und formelle Kurse zur Vermittlung der Sprache des jeweiligen Aufnahmelands anbieten. Aber obwohl erwachsene MigrantInnen ein großes Interesse an diesen Kursen zeigen, nehmen sie nur widerstrebend daran teil (die Zahl der Einschreibungen ist sehr gering), wie Mattheoudakis nachgewiesen hat (Sprachunterricht für erwachsene Einwanderer in Griechenland: aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen, 2005). Der oben erwähnte  JRC-IPT-Report bestätigt auch, dass in diesen informellen wie formellen Kursen häufig Probleme im Zusammenhang mit “geringem Prozentsatz bezüglich der Kursanwesenheit und der Lernergebnisse und eine hohe Abbrecherzahl quer durch alle Länder” zu beobachten sind. Der gleiche Report betont, dass diese fehlende Motivation eine Folgeerscheinung der Tatsache ist, dass die Kurse nicht immer an die unterschiedlichen Lernerbedürfnisse und -forderungen angepasst sind. Auch sind die Kurse nicht flexible (bezüglich Lehrplan, Stundenplan usw.).

Ein weiterer Aspekt, der im Report als Grund für das geringe Interesse der MigrantInnen genannt wurde, ist, dass diese nur “eingeschränkt Möglichkeiten haben, mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zu treten und die Sprache des Aufnahmelandes nicht außerhalb des Klassenzimmers sprechen, weshalb kein Anreiz für Integration und Lernen besteht”. Wenn man nun diese Tatsachen betrachtet, sind die Projektteilnehmer zu dem Schluss gelangt, dass eindeutig Bedarf an der Entwicklung von Trainingsmethoden für den Fremdsprachenerwerb auf der Grundlage des informellen Lernens besteht, was erwachsenen Einwanderern helfen wird, die Sprache auf eine ungezwungenere Art und Weise zu erlernen. Dies wird dazu führen, dass sie ihre abweisende Haltung aufgeben und ihre Fertigkeiten in der Fremdsprache auf flexiblere und “unterhaltsamere” Weise verbessern werden. Solche informellen Lernmethoden (wie Sprachencafé und Tandem-Lernen, das auf dem Prinzip des Lehrens auf gleicher Augenhöhe basiert und zwar speziell zwischen Muttersprachlern) sind bereits entwickelt und genutzt worden, jedoch sind bisher ihre Zielgruppen Personen, die gewöhnlich in ihren eigenen Heimatländern leben und den Wunsch haben, eine Fremdsprache zu lernen, oder aber Personen, die kurze Reisen in ein fremdes Land unternehmen, um eine Fremdsprache zu erlernen.

Ziel des Projekts ist es, die genannten Methoden an die speziellen Bedürfnisse der Einwanderer anzupassen und ihnen unterstützende Tools zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen. Die Lösung – informelles Sprachenlernen – wird anderen vorgezoegen, weil sie dem Lerner höchstmögliche Flexibilität bietet, ohne die Ergebnisse des Lerners zu erschweren. Zum gleichen Zweck (Maximalisierung der Flexibiltät) haben die Teilnehmer des Projekts beschlossen, den informellen Spracherwerb mittels Nutzung von ICT zu unterstützen, um so die Einwanderer beim Erlernen der Sprache des Aufnahmelandes zu unterstützen, die nicht einmal in der Lage sind, an informellen Kursen teilzunehmen. Dies kann erreicht warden, da laut dem Report “Migranten, ethnische Minderheiten und ICT”, der im Rahmen des Projekts Bridge-It veröffentlicht worden ist, die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie in den Einwanderercommunities stark zugenommen hat (und zwar hauptsächlich zum Zweck der Kommunikation mit deren Familien in den Heimatländern) und da also der “netzverbundene Einwanderer” am Kommen ist.

Die Projektteilnehmer haben beschlossen, ihr Augenmerk auf erwachsene Lerner zu richten, weil Erwachsene, anders als die Einwandererkinder, die zur Schule gehen und mehr Zeit dafür haben, die Sprache des Aufnahmelandes mittels formellen und informellen Trainings zu erlernen, mehr Problemen während des Lernprozesses ausgesetzt sind und eine größere Flexibilität benötigen, die ihnen das informelle Training bieten kann. Darüber hinaus brauchen Erwachsene mehr Begegnungen mit einheimischen Sprechern des Aufnahmelandes, die mit ihnen Umgang pflegen und auch von ihnen lernen möchten, während Kinder ihren Gesprächspartnern in der Schule begegnen.